Aus dem Schmelz fließt der Quell, vom Alpenfirn durch die Talschaften, in den urban erhitzten Strom der Zeit.
Roter Wüstensand legt sich, vom Wind getragen, über die Gletscherzungen.
Die Bergkronen schweigen stolz hinter dem Dunst der Gegenwart.
Aus Schutzhütten schallen exotische Rhythmen von Transistoren, ringen mit den Juchzern letzter Kuhtreiber.
Am Himmel zeichnet ein Düsenjet Fernseh-Streifen in Richtung Süden und im stillen Schneefall glaubt man Sehnsuchtslieder zu vernehmen...

Mit virtuosem Jodeln und Obertongesang zerzaust der Stimmen-Künstler CHRISTIAN ZEHNDER (»Stimmhorn«, »Kraah«, »Heimatklänge«) Schweizer Gemeinplätze und schafft Musik nah am Herz und fern der Heimat.
„Was Christian Zehnders Kehle und Brustkorb hergeben, das ist, wenn überhaupt, irgendwo zwischen den größten Höhen von Lust und Liebe und den tiefsten Abgründen von Irrwitz, Angst und Seelenpein zu verorten.“ (ESSLINGER ZEITUNG)

Solch bizarr-erregenden Töne, wie Christian Zehnder sie gemeinsam mit dem nicht minder genialen Balthasar Streiff bereits im Duo STIMMHORN erzeugte, konnte man ansonsten wohl nur als heimlicher Zeuge geheimnisvoller religiöser Rituale hören. Einer musikalischen Wanderung ähnlich bewegten sich die Protagonisten wahrhaft grenzenlos zwischen Überlieferung und Innovation, zwischen Komposition und Improvisation, Bewahrtem und Erfundenem, Genie und Wahnsinn; stilsicher und grenzüberschreitend, archaisch und perfekt zugleich.
Vor zwei Jahren waren die Musiker als Gast der Dresdner Obertontage und MUSIK ZWISCHEN DEN WELTEN in einem wahrhaft umbrausten Konzert in Dresden zu erleben.

STIMMHORN ist Geschichte, nach 14 gemeinsamen Jahren hat sich das Duo aufgelöst.
Mit der Hackbrett-Erneuerin Barbara Schirmer, mit welcher Christian Zehnder bereits das Kammerspiel »Gländ« entwickelt hat, erweitert Zehnder nun sein im vergangenen Jahr erfolgreich gegründetes Trio »KRAAH« mit Michael Pfeuti und Thomas Weiss zum Quartett.
Darin vergrößert Zehnder seinen Klang- und Stimmkosmos erneut, nimmt Countertenor und profunden Opernbariton mit in die archaischen Weiten transalpiner Befindlichkeit, singt, stöhnt, brummt, gurrt, raunzt, kräht, summt, flötet, flüstert und schreit und entlockt seiner Kehle einen ganzen Zoo an Stimm-Wundern und Wunder-Stimmen.

Seinen nonverbalen Erzähl-Kosmos verbindet er nun zum ersten Mal auch mit Texten in deutsch und französisch und definiert damit eine ganz neue Welt des Chansons ”inclassable”:
Gesungene Erzählkunst in Wort und Laut: Los, Laut, spreche, singe im Schmelz der Zeit!


Die PRESSE über KRAAH:

Was Christian Zehnders Kehle und Brustkorb hergeben, das ist, wenn überhaupt, irgendwo zwischen den größten Höhen von Lust und Liebe und den tiefsten Abgründen von Irrwitz, Angst und Seelenpein zu verorten.
ESSLINGER ZEITUNG

Der Entwurf von Zehnders vokaler Klangarchitektur ist kühn, weil er ohne jede Sentimentalität und artifizielle Verspannung auskommt. Ein großer Stimmkünstler unserer Zeit entwirft nicht weniger als eine ideologiefreie Volksmusik der Zukunft, für die der Kanon der tradierten Idiome nur noch den Wert einer universalen Bibliothek besitzt.
JAZZTHING

Der Schweizer Stimm-Magier Zehnder ist ein Wunder. Einem Zauberhut gleich holt er aus seinem Kehlkopf bzw. seinen Stimmbändern immer neue Klänge, um die Lieder in Szene zu setzen.
Zehnder ist ein Sänger, der eigentlich gar nicht singt. Seine Lieder sind mehr oder weniger (w)ortlose Kompositionen. Denn Zehnder beherrscht die Kunst des Obertongesangs, weshalb er auch mühelos afrikanische oder asiatische Elemente in seine Musik einbauen kann. Das klingt dann schon mal so, als würde Tom Waits gerade mit den Don Kosaken singen oder als hätte jemand die Ursonate von Schwitters vertont. Zehnders Musik ist im alpenländischen Jodeln („der Blues der Schweizer“) geerdet, geht aber weit darüber hinaus. Sie swingt, rockt und groovt, so dass das Zuhören zum puren Spaß wird. Und den hatten die Besucher, die das Trio frenetisch feierten..."
RHEIN-MEIN-POST

Dass bei alledem kein Multikultibrei entsteht, hat mit der Genauigkeit zu tun, mit der Zehnder seine Umwelt erforscht, und mit der Schonungslosigkeit, mit der er seine Wahrnehmungen mitteilt:
Statt Klischees zu reproduzieren, findet er den Punkt, an dem Kehllaute von arabischen Migranten in Jodler, der Groove einer Melkmaschine in psychedelischen Beat und tierisches Brüllen in meditative Obertöne übergehen.
TAGESSPIEGEL

Der Schweizer, der den Obertongesang zu seiner Spezialität gemacht hat, gibt eine Mischung aus Star-Bariton, Clown, mongolischem Schamanen, Alm-Ötzi, Klaus Nomi und Phil Minton; vermengt unbekümmert Volksmusik, Weltmusik, Klassik, Jazz.
Die ungewöhnlichen Stimmbandschwingungen durchsetzt er mit Jodlern, Rülpsern, Gurren, Krächzen und entwickelt dabei einen solch unwerfenden Charme, solchen Witz, solche Virtuosität, dass seine Zuhörer am Ende vor Begeisterung trampelten..."
ABENDZEITUNG

Der Schweizer Christian Zehnder setzt seine ganz eigene Form von Obertongesang gegen alle Klischees. Was als Jodeln beginnt entwickelt sich bei ihm zu einem Popsong, Obertongesang und Opernarie gehen nahtlos ineinander über, Lautmalereien grooven mit dem Kontrabass um die Wette und dramatische Kehlkopflaute werden von einem wütenden Streichquartett umspielt. Zehnders Singen erzeugt ein Wechselbad an Zuständen und Stimmungen, er jodelt, juchzt, jammert, gluckst, schreit, schnalzt, gurrt, kräht.
WDR

Der gelernte Baritonsänger Zehnder spielt mit den Facetten der Stimme, erschließt mit seinen Jodel- und Oberton-Gesangstechniken Klangräume, die sonst im wahrsten Sinn des Wortes unerhört bleiben. "Global Jodeling" nennt er seine Musik. Als ihr Sinnbild hat er den Raben gewählt, der nicht als Singvogel bekannt ist. Doch Zehnders Stimmspektrum ist einzigartig breit. Zehnders Spiel mit der Stimme ist gleichzeitig auch ein Spiel mit der Sprache. Bis auf einzelne Fragmente kommen die Lieder zwar ohne Text aus, sprachlos sind sie dennoch nicht: "Jodeln ist eine Vorstufe zur Sprache. Es bewegt sich zwischen dem Nonverbalen und dem Verbalen. Aber es ist nicht nichtsbedeutend."
DER STANDART

Der Schweizer Christian Zehnder hat sich den Raben verschrieben. Mit Obertonstimme und brachialer Jodeltechnik, Wippakkordeon, Bandoneon und allerhand Gastmusikern spürt er den schwarzen Vögeln nach. So entsteht eine seltsame, aber immer zwingende, rhythmisch geerdete Musik, die die Räume des menschlichen Organs auch ins Unbekannte weitet. Ein nie gehörter Alpensound, der Verbindungen bis nach Asien und Afrika offenhält – Maultrommel, Standbass oder Streichquartett einschließend. Eine ganz individuelle Klangreise. Ein archaisches Zeugnis mitten in der Jetztzeit. Wunderbar!"
FONOFORUM


Die PRESSE über STIMMHORN:

Ausgesprochen ernsthaft, technisch brillant und total verrückt… Man muss sie einfach erleben! Näher bei der Kunst als bei der Musik anzusiedeln, sind sie ortstypische, lebende Skulpturen – und viel amüsanter als Gilbert und George.
THE GUARDIAN

Das Beste, was seit langem über die Alpen zu uns auf die Bühne geklettert ist.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Eine Sternstunde des Musiktheaters… Ihr Auftritt wirkt wie dem Zwitterwesen, das sich den Kategorien Konzert und Theater entzieht, obwohl es sowohl das eine als auch das andere ist. Zehnder und Streiff, die sich den gemeinsamen Namen »Stimmhorn« gaben, lassen alle Gattungen hinter sich und spielen an den Genres vorbei. Nichts ist am Ende, wie es war.
Das Akkordeon beispielsweise ist nur ein halbes — Zehnder schnallt es sich waagrecht an Beinen und Händen fest und beginnt mit einem »Zitterkyrie«. Zuerst sitzt er mit der instrumentalen Zwangsjacke noch auf einem Stuhl und brummt, raunzt und summt, als sei er die personifizierte russische Seele. Streiff, der Allesblaser, spielt dazu eine wunderbar schräge, ganz ergriffene Trompete. Und als die Verzweiflung dann so richtig in Fahrt ist, kann sich auch Zehnder nicht mehr auf seinem Stuhl halten, er steht auf und zerrt dabei das halbe Akkordeon auseinander, als sei es sein eigener zusammengefalteter Körper. Schöner kann man den Mond oder die Geliebte nicht anheulen. Das klingt nicht nur großartig, das ist auch so inszeniert, dass jede Regung und Bewegung musikalisch sinnvoll ist.
Zehnders mehrstimmiger Obertongesang ist Vogelzwitschern und Motorendröhnen zugleich — er jodelt, juchzt, pfeift, gluckst, schreit, schnalzt, gurgelt und meckert und gibt stellenweise sogar einen Operettenbuffo. Streiff spielt mit seinen Alphörnern einen rauen samtigen Ton dazu, atmet dabei zirkulär, denn anders ließen sich die ellenlangen Passagen nicht Überleben. Wenn er nicht auf einer der zahlreichen herumliegenden Horn-Abarten bläst. Dann singt, zischt und grollt er in die Rohre hinein, was wie Satchmo klingt oder nach Glenn Miller. Obwohl er den Part des gelasseneren Typen hat, sieht Streiff, vor allem wenn er seinen diabolischen Blick aufsetzt, wie eine Art dunkelhaariger Kinski aus. Zehnder dagegen bewegt sich wie der klassische Pantomime, und er spielt sogar mit diesem Klischee, verzichtet auf Wörter und Sätze oder teilt sich ausschließlich durch Vokalismen mit. Die sind aber nie selbstverliebte Stimmangeberei. Immer sitzt huckepack auf dem Gesang auch ein Gefühl.
»Stimmhorn« sind ein Glücksfall, zwei Musiker-Performer, die sich blind verstehen und aus ihrer Kongenialität etwas entwickelt haben, das es so bislang nicht gab: außerirdische Chansons für Heimatabende, an denen Fremde zu Gast sind.
FRANKFURTER ALLGEMEINE

Lachen unter Weltschmerz. Dies komische, übermütige, aber auch geheimnisvolle, bedrohliche Gekling kommentiert der Stimmakrobat Zehnder, ein göttlicher Clown zwischen Verzweiflung und Seligkeit, mit seinen atemberaubenden Kehlkopfklängen. Die beiden begnadeten Musiker schicken uns, vollkommen gelöst, auf eine Gefühlsreise über lichte Gipfel der Lust, dämmrige Plateaus der Meditation, funkelnde Klippen der Komik und Ironie bis in finstere Abgründe aus Wahn, Angst, Schmerzen. Das ist geistvollstes musikalisches Kammerspiel. Bezaubernd, betörend, rein, schön und wahr. Staunendmachend...
Fangen wir mit dem Sahnehäubchen an. Mit der durch Mark und Bein mitten ins Herz tönenden Eröffnung durch das sonderbare »Duo Stimmhorn« aus der Schweiz. Balthasar Streiff und
Christian Zehnder entlocken solch sagenhaften Instrumenten wie Alphorn, Alperidoo, Zugeridoo, Wippkordeon oder einer abgebrochenen Orgelpfeife das wundersamste Brummen, Summen, Rauschen, Tirilieren.
DIE ZEIT

Die beiden Schweizer Christian Zehnder und Balthasar Streiff sind das Beste, was da seit langem über die Alpen zu uns auf die Bühne geklettert ist: Ein bizarres Klang- und Bildszenario, intelligent und ironisch, affektgeladen wie eine Oper, traurig wie ein Piazzolla-Tango und geheimnisvoll wie die Löcher im Schweizer Käs’…
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Zehnder ist so etwas wie die eidgenössische Rache an der elektronischen Musik, ein wundersamer Lautenmaler auf dem ursprünglichsten und natürlichsten aller Instrumente, der menschlichen Stimme.
Gemeinsam mit dem Alphornisten Balthasar Streiff, der so ziemlich alles zum Klingen bringt, was ein Mundstück trägt, revolutioniert er seit 1996 unter dem Label STIMMHORN das traditionsbeladene Heimatlied und globalisiert es in eigenwilligen Klangexkursionen zu einem Alpen-Fernost-Crossover, den man einfach nur faszinierend finden kann.
Das Stimmhorn-Forschungsgebiet sind Naturklänge – nicht umsonst steht Zehnder des öfteren auf einem Felsbrocken in den Schweizer Alpen, um in die Einsamkeit zu brüllen, um der Wucht der Gipfel etwas entgegen zu setzen und dem Echo seiner seltsamen Jauchzer nachzulauschen.
Oder er fährt in die südsibirische Steppe, um mit den Obertonsängern von „Huun Huur Tu“ deren uralte Kunst zu üben.
Diese Selbsterfahrung fließt dann ein in durchblitztes Liedgut, dessen Beschreibung ebenso schwierig wie seine Wirkung überwältigend ist.
Streiff und Zehnder sind göttliche Clowns zwischen Melancholie und Seligkeit, die auf der Suche nach dem eigenen Klingen eine überwältigende Ausstrahlung entwickelt haben.
Und ihre Musik geht, so man sich auf sie einlassen kann, entführt in ferne Welten.
Sie berührt, trifft mitten ins Herz.
WIESBADENER TAGEBLATT

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