„Ich habe viele Freundschaften hier, ich liebe es, hier zu sein. Es ist ein friedliches Land mit Wohlstand.
Und es hat den Vorteil, wieder eins zu sein. Die Mauer hat viele Leute ausgebrannt. Die ist jetzt weg.“
Vielleicht sind es die Mauern, solche aus Stein und solche in den Köpfen, gegen die David Munyon Zeit seines Lebens angesungen hat. 1997 gab er in Dresden sein erstes Konzert und dem Dresdner Journalisten Andreas Körner ein Interview, erschienen in der DNN. Daraus stammen auch die hier verwendeten Zitate.
In den Jahren danach lebte David immer wieder für längere Zeit in Europa, vor allem in Deutschland. Hier erschien ein gutes Dutzend seiner CDs, hier erhält er die Aufmerksamkeit, die er braucht, hier sind die Menschen, die seine Musik und seine Konzerte lieben - so lieben, wie ein Großstadtmensch einen langen Spaziergang liebt am Meer, im Herzen jene seltsame Ahnung von Unendlichkeit, Geborgenheit, Vertrauen.
Und jeder Schritt führt ein Stück weiter nach Haus.
„Norweger, Dänen, die Deutschen, die Italiener, all die Europäer verstehen, was ich musikalisch sagen will. Ich wollte nicht in Nashville bleiben, um einen Plattenvertrag zu bekommen. Ich bin kein Country- & Western-Mann, ich mache etwas anderes.“
Was aber ist es, was David so anders macht?
Musik, scheinbar so einfach - aber diese mit dem Mut und der Hoffung eines anbrechenden Tages, mit der Freude und Leichtigkeit am Strand spielender Kinder, der Stärke, Intensität und Beständigkeit wieder und wieder ans Ufer brandender Wellen, dem Wissen und der Selbstverständlichkeit einer Spätsommersonne, die, wie in Zeitlupe, glutrot ins Meer taucht.
Und mit einer Schönheit, die aus seiner Liebe und seinem tiefen Glauben resultiert:
„Die Songs kommen von den vielen Gebeten, in denen ich Gott bitte, gute Songs schreiben zu können. Ich selbst habe sehr wenig damit zu tun, ich halte nur die Gitarre, nur den Stift beim Schreiben. Die Songs fließen aus mir heraus...“
Die vergangenen Monate hat David in Alabama verbracht, per Mail und Telefon Verbunden mit seinen Freunden in Deutschland. Und wenn er jetzt, gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Biber Herrmann („ein facettenreicher Songpoet und ein begnadeter Gitarrist, der alle Parameter des Folk und Blues beherrscht“ | Rhythm-Blues) wieder in die Dreikönigskirche nach Dresden kommt, dann ist das fast schon wie ein Kommen nach Hause.
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