Vor mehr als zweieinhalb Jahren haben MARAMMÉ ihr damals frisch geborenes Programm, "Terre senz'acqua" erstmals im Konzert vorgestellt, natürlich innerhalb dieser Konzertreihe.
MARAMMÉ waren immer schon eine besonders bunte Truppe, die sich am wohlsten zwischen den Stühlen fühlte; ein vielfarbiges und schön schräges Ensemble italienischer und deutscher Musiker, unberechenbar für jede musikalische Schublade. Leidenschaftlich sogen sie alles auf, was Ihnen die Geschichte überreichte: italienische Tarantellen, Tammurriate und Canconi, die Musik der Renaissance und des Barock, dazu wilde, überaus fantasievolle Geschichten, die der unnachahmliche Mario Sollazzo zwischen die Lieder streute wie wohlriechende Schinkenstreifen auf eine pralle Pizza.
Viel Wasser ist seitdem ins Meer geflossen, die Zeit drehte ihre Stunden, manch Grappa wurde entkorkt und neue, wundersame Lieder und Geschichten erfüllten nicht nur die neapolitanischen Ebenen.
Auch für MARAMMÉ waren es bewegende Zeiten:
Die Musiker verstreuten sich über mehrere Länder, ohne jedoch den Kontakt zueinander zu verlieren. Im Gegenteil, die räumliche Trennung intensivierte ihre Kommunikation, neue musikalische Ideen wurden geboren und diskutiert, getrennt voneinander und gemeinsam probiert.
Lieder haben sich verändert, sind gereift und gewachsen, manche sind gestorben, andere sind neu entstanden. Die Zeit führte einen sanften Hobel und manch abendliche Sonne tauchte ihre glutroten Strahlen ins abendliche Meer.
Auch die Band hat sich und ihre Gestalt verändert, ist durch die neue Sängerin Anna Rita Pili aus Sardinien noch bezaubernder und durch das volltönende Akkordeonspiel des Berliner Hannes Lingens noch erdverbundener als je zuvor.
Die nun erscheinende neue CD ist das Resultat dieser Entwicklungen.
"Salutatimi la paci" ist ein Friedensgesang, ein einziges, langes, alleinstehendes Lied; all denen gewidmet, die noch daran glauben, dass die Utopie eines von Menschen bewohnten Paradieses auf der Erde viel lebendiger, schöner und intelligenter ist als die Hoffnung auf ein von Gott geschaffenes und von Toten bewohntes Paradieses im Himmel je sein kann.
Grüßt mir den Frieden, sagt ihm ruhig Adé.
Wäre ich Feuer, würde ich die Welt verbrennen.
Wäre ich Stein, würde ich sie zerquetschen.
Wäre ich Schlamm, würde ich als Lawine rollen.
Wäre ich Wasser, würde ich überschwemmen.
Aber du bist nur ein Mann, Fleisch für den Krieg,
Asche, die fliegt und sich in der Luft verliert.
Aber wenn ich Wind wäre, würde ich stürmen,
die Samen der neuen Ära ausstreuen.
PRESSE
Der Kosmos der Klänge und Geschichten mit all ihren Zwischenräumen ist derart illustrativ und bildreich, dass die Fantasie einen Purzelbaum nach dem anderen schlägt.
SÄCHSISCHE ZEITUNG
Ein Ausflug in die italienische Renaissance:
In der satten Sonne Süditaliens treffen sich barocke Eleganz und ländlicher Folk.
Eine ungeheuer kunstvolle Musik voller historischer und geografischer Authentizität.
CREOLE WELTMUSIKPREIS MITTELDEUTSCHLAND 2007
Aus der Begründung der Jury
Hier wird mit Verve, Können und Kreativität losmusiziert.
Dresden scheint ein Vorort von Neapel zu sein.
FOLKER
Ein beinah kultischer Klang: die musica delirii.
Direkt aus der griechischen Theatertradition stammend und unter dem Einfluss von spanischer, arabischer, deutscher, französischer, Zigeuner- und Balkankultur stehend, hat sich in Neapel und Süditalien ein kultureller Schatz entwickelt: die musica delirii.
Neapel aber liegt in Sachsen!
Jedenfalls wenn die binationale Gruppe MARAMMÉ ihre musica delirii spielt.
Mit ihr zieht die deutsch-italienische Band die Zuhörer in ihren Bann.
SÄCHSISCHE ZEITUNG
Musikalisch ist das Ganze rundum gelungen, erweist sich als erstklassig dargebotene Folklore, der ein kräftiger Schuss Barock beigemengt wurde.
Das Klangbild wird von Tammorra und Tamburello dominiert, von Flöten aller Art, von Cello abgerundet und die Posaune setzt schließlich einen ganz eigenen Akzent.
Ein famoser Auftritt.
DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN
Hier geht die Post ab!
Tammurriate und Tarantelle sind traditionelle Tänze. Dazu Liedgut aus den unterschiedlichsten Regionen Italiens. Eine Mischung aus religiöser und profaner süditalienischer Musik der 16. bis 19. Jahrhunderts.
Es ist die Musik der Straße und des Volkes, auch musica delirii genannt, welche beim Publikum gute Laune verbreitet und für ausgelassene Stimmung sorgt.
BLITZ
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