Dass die norwegische Musikszene mehr zu bieten hat als archaisch anmutende Folklore und anglophilen Pop und Rock dürfte hinlänglich bekannt sein. Wie aus einem Wunderhorn, das beständig bunt schillernde und außergewöhnlich ungewöhnliche Acts hervorzaubert, nimmt sich das skandinavische Land aus.
Und so verwundert es nicht, dass der in Oslo lebende Musiker Karl Seglem weltweit und reichlich Aufmerksamkeit bekommt, der norwegischen Folklore neue Ausdrucksmöglichkeiten zu geben.
Karl Seglem gehört seit vielen Jahren zu den führenden Stimmen des norwegischen Folk-Jazz.
Seit 1988 hat er als Soloartist und mit eigenen Gruppen 25 Alben herausgegeben. Als Tenorsaxofonist, Bockshorn-Spieler, Komponist und Poet hat Seglem eine ganz eigene Tonsprache ausgemeißelt: Rhythmus, Bewegung, Antrieb und Ruhe sind einige der Stichwörter zu seiner Musik,
in der er Traditionelles vereint mit heutigem Zeitgeist und den Visionen eines Jazz von morgen.
Seine schwermütigen, schwebenden Sounds lassen keinen Zweifel über ihre skandinavische Herkunft, dennoch vermeidet Seglem eingefahrene Bahnen, tritt lieber seine eigenen Spuren aus.
Wenn sich Ursprüngliches mit Elektroklängen verbindet, wenn Wikinger-Folk mit gänzlich unprätentiöser, aber ungeheuer leidenschaftlicher Intensität auf den Weg gebracht wird, dann erlebt der fast schon abgenutzte Begriff »Weltmusik« durch die Musik Seglems eine ungemein vitale und unverstellte Wiederbelebung.
Seglem selbst beschreibt es so: „Ich fühle mich mit etwas verwandt, das vor mir existiert hat, und versuche es zu erneuern und bewusst in meiner Musik zu benutzen".
Unterstützt von seinen langjährigen musikalischen Begleitern verleiht Karl Seglem den gemeinsam komponierten Stücken eine unerhörte Leichtigkeit und Intensität, so wie man sie auch von der Musik Jan Garabareks kennt. Die lyrisch warmen Töne, die Seglem seinem Instrumentarium entlockt, in die sich dann Fiddl, Gitarre und Schlagzeug einklinken, sind es, die seinen Sound so einzigartig, geheimnisvoll und schön machen.
Wer Lust hat, sich an der Coolness von Karl Seglems Soundwelten zu erwärmen und ihre Geheimnisse zu enträtseln, wer sich die majestätische Pracht der norwegischen Landschaften musikalisch beschreiben lassen möchte und obendrauf noch zu luftigen Improvisationen und folkjazzigen Höhenflügen mitgenommen werden möchte, der ist hier genau richtig. Musik für Ausgeschlafene, die gern träumen: Future Sounds from Norway.
P R E S S E
Der Soundtüftler Karl Seglem verwebt archaische Melodien und zeitgenössischen Jazz zu mystischen Landschaften und zeigt, wie man mit einem Ziegenhorn ganz traditionell klingen kann und dennoch im höchsten Maße visionär ist.
WESERKURIER
Tradition und Innovation, Komposition und Improvisation fließen ineinander, lassen Räume und Landschaften entstehen. Seglem schürft so tief in norwegischen Heimatklängen, dass seine Kompositionen wie archaische, Jahrhunderte alte Melodien aus der Ferne rufen. Insbesondere wenn er eines seiner Ziegenhörner spielt erwachsen magische Momente. Das ist große Musik.
NORDISCHE MUSIK
Weg vom Jazz, hin zur "alten" Musik, zum Archaischen, aber auch Traditionellen.
Und ebenfalls weg vom Jazz, hin zum Elektronischen. Das Ursprüngliche vereint sich hier mit dem Künstlichen, ergibt ein dennoch sehr lebendig klingendes Gewebe aus akustischen Klängen, elektronischen Rhythmen und Klangteppichen.
Die immer gern zitierte "nordische Kühle" kommt ebenso zu Tage wie nordischer Folk: Hirtenmusik wird durch den Klang der Ziegenhörner assoziiert, der Einsatz von Elektronik wiederum lässt Seglem in der Moderne ankommen. Mal sehr ursprünglich, mal sehr neuartig. ein Künstler, der einen Faible für Brückenschläge hat.
JAZZDIMENSIONS
Ruhig und doch energiegeladen: Die norwegischen Quellen bleiben präsent und erleben in den Interpretationen des akustischen Jazzquartetts einen musikalischen Sonnenaufgang.
Die so entstehende Märchenhaftigkeit der Musik tragen die Skandinavier mit einer Leichtigkeit vor, die den Zuhörer in Bann schlägt. Das ist fesselnd und befreiend in einem.
GESELLSCHAFT FREUNDE DER KÜNSTE
Manchmal fällt es einem leicht, seiner melancholischen Sehnsucht Ausdruck zu verleihen. Man legt eine CD von Karl Seglem ein und das Innere wird jedem offenbar. Dabei sind in der Melancholie des norwegischen Tenorsaxophonisten keine depressiven Elemente zu finden. Seine Musik lebt von der ruhigen, meditativen Kraft, die Schwermut und Stärke gleichsetzt. Die gleiche Stärke, die den Menschen befähigt, sich verletzbar zu machen, wenn er sich öffnet, beseelt das Spiel von Karl Seglem:
FOLKER
Nichts weniger als ein Meisterwerk.
FIDELITY MAGAZINE
Jahre nach dem Innovationsschub Jan Gabareks mischt Karl Seglem archaische Klänge und aktuelle Sound auf spannende Weise.
MDR
Leichte, verträumte Klänge von geradezu unheimlicher Intensität.
Karl Seglem verleiht der norwegischen Folklore und dem zeitgenössischen Jazz eine neue, lyrische Musiksprache. In seiner Musik geht der Tenorsaxofonist und Ziegenhornbläser auf eine visionär anmutende Klangreise durch norwegische Landschaften.
DIE ZEIT
Mari Boine hat einen würdigen Nachfolger gefunden. Karl Seglem stammt ebenfalls aus Norwegen und zaubert die gleichen entrückten Mienen auf die Gesichter der Zuhörer wie der samische Weltstar. Karl Seglem spielt das Bukkehorn, jenes Ziegenhorn, welches die nordischen Schäfer verwendeten. Dass seine Musik gleichzeitig modern klingt, liegt an den Kompositionen Seglems und an dem Einsatz des Tenorsaxofons, an dem Jan Garbarek seine Freude haben würde. Seglem lädt zur Meditation ein, trotz der zum Teil unerträglichen Spannung, die seine Kompositionen aufbauen. Karl Seglem lässt Bilder im Kopf entstehen, die den Zuhörer fesseln und Gespräche verstummen lassen.
FOLKER
In einem Interview für NORDISCHE MUSIK äußert sich Karl Seglem zu seiner Musik:
Ich habe sehr viel mit norwegischer Volksmusik gearbeitet; sie dient als Basis und als Quelle. Wobei ich sowohl die vokale Volksmusik meine wie auch die Hardanger Fiddle-Musik. Gerade letztere ist natürlich sehr wichtig für dieses Quartett, mit dem ich arbeite. Wir arbeiten sehr viel mit Tradition, aber wir möchten etwas Neues errichten auf dieser Tradition, mit Improvisation und anderen Dingen, mit moderner Elektronik.
Die Natur ist sehr wichtig für mich. Ich mache viele Wanderungen in den Bergen, auch allein, und ich bin gerne in der Natur, zu jeder Jahreszeit.
Die Ziegenhörner, das sind Instrumente mit einem hohen Oberton-Anteil. Es gibt in Norwegen einen einzigen Mann, der diese Hörner macht, und jedes Horn ist ein absolutes Einzelstück, jedes klingt anders. Ich habe auf dieser Tour zwei dabei, und wenn eines abhanden käme oder kaputt ginge, das wäre fürchterlich. Der Tonumfang ist nicht so groß wie beim Tenorsaxophon, auch ist er bei den beiden Hörnern unterschiedlich. Sieben, acht reine Töne, aber mit den Obertönen entsteht eben dieser einzigartige Klang.
Um Musik lebendig zu machen muss immer Improvisation dabei sein! Wir haben natürlich in den Stücken einen Rahmen, die Grundmelodie, den Grundrhythmus, aber innerhalb dieses Rahmens kann sich einiges verändern. Ich suche immer nach etwas Speziellem – nennen wir es Tiefe in der Musik. Und die Melodien, die kommen durch Nachdenken, durch Spielen, durch Improvisieren und durch das Spielen mit anderen Musikern. Diese Musik kommt auf verschiedenen Wegen zu mir.
Zitate von Karl Seglem
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